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VON MELINDA RÓZSA

Steinamanger/Szombathely – 2014 ist das Gedenksjahr des Holocaust in Ungarn. 70 Jahre sind seit der Deportierung des ungarischen Judentums vergangen. Die Ausstellung „Szemtől szemben“ („Gesicht zu Gesicht“) im Iseum zeigt aber die frühere Tage des Judentums in Steinamanger. Die Zeit vor dem Grauen.

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Eine niveauvolle, die Alltage des Judentums in Steinamanger darstellende Exposition wurde am Ende Oktober eröffnet. An der Wände hängen überall Fotos, mehrhunderte Aufnahmen mit schwarz-weissen Gesichtern begrüssen die Besichtiger. Sie sind die Juden von Steinamanger: Frauen, Männer, Kinder, alte und junge Leute.

Die Austellung verarbeitet die Geschichte des verschleppten Judentums, zeigt die Tragödie der einfachen Leute, unseren Nachbarn, Freunde, Bekannten oder Verwandten. Es bringt die jüdische Alltage, Kultur, Glaube näher zu uns. Wir sehen Fotos über Hochzeit, Feiern, junge jüdische Gemeinden, aber auch Momente aus der Todeslager.

In den Räumen spiegeln sich Stimmungen und Gefühle, und fasst vor allem die 20-er und 30-er Jahre zusammen. „Gesicht zu Gesicht“ treffen wir die BürgerInnen von Steinamanger, die unverschuldet bestraft wurden, und starben in den Lagern.

Nicht alle: auch an der Eröffnung nahm der 102 jährige Elemér Spiegler, der älteste Szombathelyer Holocaust-Überlebende teil. Mit ihm wurde letztes Jahr ein Dokumentumfilm gedreht. Im „Napfényember“ („Sonnenscheinmann“) erzählt er über sein Leben, vom Geburt in Oberwart durch die Zeit im Konzentrationslager bis Neubeginn und Familiengründung in Steinamanger. Deutschprachige Version ist leider nicht erreichbar (in erster Runde ist Englisch geplant), aber den Film findet man hier: https://www.youtube.com/watch?v=XKVKixKMrBc

Die Ausstellung ist bis 28. 02. 2015 im Iseum Savariense (Steinamanger/Szombathely, Rákóczi 6-8) zu besichtigen.

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